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Deutsch-Bulgarische Beziehungen

Politische Beziehungen

 

Die bilateralen Beziehungen sind eng und vertrauensvoll. Sie werden von einer regen Besuchsdiplomatie in beide Richtungen getragen. Herausragendes Ereignis der letzten Zeit war der Besuch von Bundeskanzler Schröder in Sofia am 13.08.2004. Zuvor besuchte der bulgarische Ministerpräsident Simeon von Sachsen-Coburg und Gotha am 06.05.2004 Berlin. Bundesaußenminister Fischer beabsichtigt, am 27./28.04.2005 Bulgarien einen offiziellen Besuch abzustatten.

Förmliche Grundlage der Zusammenarbeit ist der deutsch-bulgarische Vertrag vom 09.10.1991. Im Deutschen Bundestag und in der bulgarischen Volksversammlung bestehen Parlamentariergruppen, die sich speziell der Pflege der bilateralen Beziehungen widmen. Die Mehrzahl der deutschen politischen Stiftungen sind in Sofia vertreten (Konrad-Adenauer-Stiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung, Hanns-Seidel-Stiftung).

Die Berichterstattung über und aus Deutschland nimmt breiten Raum in den bulgarischen Medien ein. Sie richtet sich auf wirtschaftliche und außenpolitische, besonders europapolitische Fragen (vorrangig Themen des eigenen EU-Beitrittsprozesses). Spezielles Interesse gilt auch Deutschlands Rolle als Motor weiterer europäischer Integration und Befürworter der EU-Osterweiterung. Im Rahmen des Stabilitätspakts für Südosteuropa engagiert sich Deutschland mit Projekten der regionalen Journalistenaus- und Fortbildung in Sofia.

Im Bereich der militärischen Zusammenarbeit besteht ein bilaterales Ausbildungsprogramm, deutsche Unterstützung gibt es unter anderem bei der Unteroffiziersausbildung.

Bulgarien erhält auch nach dem NATO-Beitritt des Landes (29.03.04) für eine Übergangszeit spezielle Ausbildungshilfen.

 

Wirtschaftliche Beziehungen

 

Ein bedeutender Anteil ausländischer Investitionen in Bulgarien kommt aus Deutschland. Auch im Jahr 2004 war Deutschland der wichtigste Handelspartner. So überstieg 2004 der bilaterale Handelsumsatz 2,5 Mrd. EUR (das bedeutet einen Zuwachs von nahezu 20% gegenüber dem Vorjahr). Die bilaterale Handelsbilanz ist dabei für Deutschland weiterhin positiv (602 Mio. EUR) und zwar mit steigender Tendenz. Bulgarien genießt in deutschen Wirtschaftskreisen den Ruf eines zukunftsträchtigen Marktes in Südosteuropa.

Zur Förderung der bilateralen Wirtschaftbeziehungen besteht ein in sechs Arbeitsgruppen gegliederter deutsch-bulgarischer Kooperationsrat unter Vorsitz des Bundeswirtschaftsministeriums. Besonderes Engagement in Bulgarien zeigen zudem die Bundesländer. Das gilt insbesondere für Bayern, Baden-Württemberg und das Saarland. Seit Februar 2004 kümmert sich die neu gegründete deutsch-bulgarische Industrie- und Handelskammer in Sofia um eine intensive Förderung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen.

Deutschland unterstützt den Transformationsprozess in Bulgarien auch im Rahmen der so genannten bilateralen Wirtschaftlichen Zusammenarbeit (WZ): Schwerpunkte sind die Förderung der Wirtschaftsreformen und der Landwirtschaft sowie die Unterstützung der öffentlichen Verwaltung. Der deutschen WZ geht es dabei in erster Linie um eine nachhaltige Entwicklung des bulgarischen Mittelstandes.

 

Kulturelle Beziehungen

 

Grundlage der kulturellen Beziehungen ist das Kulturabkommen vom 19.03.1996. Am 20. März 2000 wurden darüber hinaus ein Lehrerentsende- und ein Schulabkommen unterzeichnet. Derzeit bestehen über 100 Kooperationen mit ca. 50 deutschen Hochschulen.

Deutsch als Fremdsprache ist weit verbreitet, gerade auch unter der jüngeren Generation. Neben Englisch und Russisch ist Deutsch die an bulgarischen Schulen am häufigsten unterrichtete Sprache - und dies mit ständig steigender Tendenz. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) unterstützt den Aufbau deutschsprachiger Studiengänge und Fakultäten. Der wissenschaftliche Austausch wird durch jährlich jeweils ca. 150 Stipendien des DAAD und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie mit Forschungsstipendien der Alexander-von-Humboldt-Stiftung gefördert. Mit über 12.000 bulgarischen Studenten an deutschen Universitäten ist Deutschland das mit Abstand beliebteste Studienziel. Derzeit findet intensiver Deutschunterricht an 47 Fremdsprachengymnasien und an 19 allgemein bildenden Schulen statt. Zur Unterstützung des Deutschunterrichts arbeiteten im Schuljahr 2004/2005 25 entsandte Lehrkräfte an 14 bulgarischen Schulen sowie derzeit drei Lektorinnen und zwei Lektoren an germanistischen Abteilungen der Universitäten.
Sprachkurse und die zahlreichen kulturellen Aktivitäten des Goethe-Instituts werden stark frequentiert.
Das Goethe-Institut unterhält drei Lesesäle in Plovdiv, Russe und Varna.

Quelle: Auswärtiges Amt

 

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