In Libyen verurteilte Krankenschwestern wieder in Bulgarien
Große Freude herrscht über
die Entscheidung der libyschen Behörden, die fünf Krankenschwestern und den
palästinensischen Arzt nach Bulgarien in ihre Heimat und zu ihren Familien zu
entlassen und damit die über achtjährige Haft- und Leidenszeit zu beenden. Zu begrüßen
ist auch die Entscheidung von Staatspräsident Parwanow, die sechs noch am Tage
ihre Rückkehr zu begnadigen.
Die fünf
Frauen und der Arzt, der die bulgarische Staatsangehörigkeit angenommen hat, waren 1999 verhaftet und im Mai 2004 zum Tode durch
Erschießen verurteilt worden. Sie waren für schuldig befunden worden, mehr als
400 libysche Kinder in einem Krankenhaus in der Hafenstadt Bengasi absichtlich
mit dem HI-Virus infiziert zu haben. Experten, die dagegen die schlechte
Hygiene in der Klinik für die Infektionen verantwortlich gemacht haben, fanden
kein Gehör. Nach langwierigen Verhandlungen unter Federführung der EU waren die
Todesstrafen vor einer Woche in lebenslange Haft umgewandelt worden, nachdem die betroffenen Familien eine Entschädigung erhalten hatten.
Dadurch wurde der Weg geebnet, die Inhaftierten nach Bulgarien zu entlassen.
Der Entlassung unmittelbar
vorausgegangen war der Besuch von Cécilia Sarkozy, der Frau des französischen
Staatspräsidenten, und von EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner in
Tripolis. Sie hatten sich in den vergangenen Tagen bei der libyschen Führung um
eine Ausreise der fünf Bulgarinnen und des palästinensischen Arztes bemüht.
Darüber
sollte aber nicht vergessen werden, dass sich die Europäische Kommission mit
Kommissionspräsident José Manuel
Barroso sowie Kommissarin Ferrero-Waldner seit Jahren
intensiv um die Freilassung der Krankenschwestern bemüht haben.
Hier hat Europa Solidarität unter Beweis gestellt! Auch
der Deutschen Ratspräsidentschaft war das Schicksal der Inhaftierten ein
Herzensanliegen. Vor allem die Bemühungen von Außenminister Frank-Walter
Steinmeier, der noch im Juni als EU-Ratsvorsitzender zu Verhandlungen nach
Libyen gereist war und die Inhaftierten besucht hatte, haben jetzt Früchte
getragen!