Kommission hält Subventionen zurück
Wegen Verdachts auf Missbrauch von EU-Subventionen hat die EU-Kommission ihre Zahlungen an Bulgarien teilweise auf Eis gelegt. Ein Teil der für die Verarbeitung und Vermarktung von Landwirtschafts- und Fischereiprodukten vorgesehenen Fördermittel würden einbehalten, „bis wir sichergestellt haben, dass keine Misswirtschaft vorliegt“, erklärte Kommissionssprecher Michael Mann in Brüssel. Die fraglichen Mittel wurden von Bulgarien bereits ausgegeben, normalerweise hätte die EU-Kommission einen Teil zurückerstattet. Wie hoch der strittige Betrag ist, konnte Mann nicht sagen. Das fragliche Förderprogramm für die Jahre 2000 bis 2006 umfasse 160 Mio. Euro, „es geht um einen Bruchteil dieser Summe“.
Auch die Gelder aus anderen Programmen wurden aufgrund von Korruptionsvorwürfen eingefroren. Der Direktor der Brüsseler Generaldirektion „Erweiterung“, Michael Leigh, begründete dies in einem dem bulgarischen Finanzministerium zugestellten Brief mit seiner Besorgnis über bisher mangelhaft durchgeführte Phare-Projekte in Bulgarien: „Es gibt klare Hinweise darauf, dass die angemessene Verwendung der Fondsmittel nicht garantiert ist. Darum habe ich entschieden, die Auszahlung teilweise solange auszusetzen, bis ich zur Überzeugung gelangt bin, dass alle notwendigen Maßnahmen zur Abhilfe ergriffen worden sind.“ Sollten bis zum 31. März 2008 nicht alle notwendigen Korrekturmaßnahmen vorgenommen worden sein, droht Leigh Sofia sogar mit der völligen Streichung zugesagter Subventionen.
Leighs Brief listet 25 Beispiele für schlampige Verwaltung und unzureichende Kontrolle europäischer Fördermittel auf. An erster Stelle nennt er die mangelnde Kooperationsbereitschaft der bulgarischen Seite bei der Aufklärung von Korruptionsfällen im Fonds „Nationale Straßeninfrastruktur“.