Bulgarien beauftragt Vizepremierministerin mit Kontrolle über EU-Gelder
Um die Veruntreuung von Geldern aus den EU-Fonds für
Bulgarien besser zu bekämpfen, hat Sofia den Einsatz eines neuen Vizepremierministers
beschlossen. Die jetzige bulgarische Botschafterin in Deutschland, Meglena
Plugtschieva, soll nach einer bevorstehenden Regierungsumbildung in Sofia den
neuen Posten bekleiden. Darauf einigten sich Ministerpräsident Sergej Stanischev
(BSP) und seine Koalitionspartner - Simeon Sakskoburggotski (NDSW) und Ahmed
Dogan (DPS) in Sofia.
Plugtschieva, die früher stellvertretende Ministerin für
Landwirtschaft gewesen war, werde künftig für die zweckmäßige Verwertung der
Milliarden aus Brüssel verantwortlich sein. Diese Maßnahme war notwendig
geworden, nachdem die EU in diesem Jahr einen Teil der Agrarzahlungen für
Bulgarien sowie Gelder zur Verbesserung der Infrastruktur wegen befürchteter
Veruntreuung ausgesetzt hatte.
Die Umbildung der Regierung in Sofia erfolgt nach dem
Rücktritt von Innenminister Rumen Petkov (BSP) wegen Korruptionsvorwürfen vor
zehn Tagen. Die neue Postenverteilung soll in den kommenden Tagen vom Parlament
gebilligt werden. Neuer Innenminister soll nach der Entscheidung des
Koalitionsrates der bisherige Fraktionschef der regierenden Sozialisten,
Michail Mikov, werden.
Abgelöst werden demnach auch die Minister für Verteidigung,
Gesundheitswesen und Landwirtschaft. Nikolai Tsonev, hoher Beamter im
Verteidigungsministerium, wird laut einem NDSW-Sprecher, auf den sich bulgarische
Medien berufen, neuer Ressortchef (zuvor Vesselin Bliznakov/NDSW). Valeri Tsvetanov
wird demnach neuer Landwirtschaftsminister (zuvor Nihat Kabil) und der frühere
Bürgermeister von Stara Zagora, Evgenj Zhelev, neuer Gesundheitsminister (zuvor
Radoslav Gajdarski). Außerdem soll die Anzahl der Vizeminister und
Vize-Regionalgouverneuren um ein Fünftel reduziert werden.