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Journalist in Sofia brutal zusammengeschlagen

In der bulgarischen Hauptstadt Sofia ist der Chefredakteur des Online-Nachrichtendienstes Frognews brutal zusammengeschlagen worden. Vier Angreifer hätten den 54-jährigen Ognjan Stefanov vor einem Restaurant abgefangen und ihm Arme und Beine gebrochen, teilte die Polizei mit. Laut Augenzeugen sei er von vier Personen in dunkler Bekleidung überfallen worden, die sich als Polizisten ausgegeben hatten. Die Angreifer schlugen mit Hämmern und Schlaghölzern zu. Stefanov liegt zur Zeit im Krankenhaus mit schweren Verletzungen.
Der Journalist war zuvor mit der Internetseite Opasnite (Die Gefährlichen) in Verbindung gebracht worden, die angeblich geheime Informationen über hochrangige Politiker und Korruption bei Polizeibeamten veröffentlicht hatte und deshalb vom Staatssicherheitsdienst geschlossen wurde. Dabei handelt es sich um einen Web-Auftritt, in dem neben unumstrittenen auch viele unbewiesene Behauptungen aufgestellt werden, wobei die Autoren immer völlig anonym bleiben. Einige Publikationen hatten sich auch mit dem Privatleben des Staatspräsidenten Georgi Parvanov befasst. Auch Ivan Draschkov, der stellvertretende Direktor des bulgarischen „FBIs“ (Staatsagentur für nationale Sicherheit, DANS), war Ziel von Angriffen. Hinzu kommen schillernde Persönlichkeiten wie der Unternehmer Alexej Petrov, der von Ex-Innenminister Rumen Petkov als geheimer Mitarbeiter der DANS enttarnt wurde.
Stefanov erklärte bereits im Vorfeld, er habe nichts mit der Seite zu tun. Schon im vergangenen Jahr sind in dem EU-Land mindestens drei Reporter und Fotografen zusammengeschlagen worden. 2006 explodierte eine Bombe im Hotelzimmer eines Journalisten, der über Machtmissbrauch und Kriminalität bei der Polizei und in der Verwaltung recherchierte. Dieses Jahr wurde ein Autor erschossen, der Bücher über die bulgarische Mafia geschrieben hat.

Weitere Meldungen lesen Sie im aktuellen Infobrief.

 

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