Bulgariens Sicherheitsamt bespitzelt Journalisten und Parlamentarier
Das für die Bekämpfung von Korruption und organisierter
Kriminalität zuständige bulgarische Sicherheitsamt (DANS) hat zugegeben,
Journalisten, Medien und Parlamentarier bespitzelt zu haben. In den meisten
Fällen wurden unbegründet Angaben über Telefonate von Journalisten und
Parlamentsabgeordneten angefordert, heißt es in einer Pressemitteilung des
Sicherheitsdienstes. Trotzdem sei die im August eingeleitete Aktion nicht
offiziell abgebrochen worden. Ein DANS-Vizechef war am Vortag wegen Rufschädigung
der Behörde entlassen worden. Weitere Entlassungen wurden angekündigt.
Das von heimischen Journalisten als «bulgarisches FBI» bezeichnete
Sicherheitsamt war erst vor einem Jahr gegründet worden, um die Korruption und
organisierte Kriminalität im Lande zu bekämpfen. Die jüngste Bespitzelung von
angeblich rund 50 Journalisten sowie von Parlamentariern sorgte in Sofia für
einen politischen Skandal. Die Aktion wurde Medienberichten zufolge mit der
Veröffentlichung «vertraulicher Information» in einer regierungskritischen
Internetausgabe begründet. Ihr Chefredakteur war vor fast drei Wochen in der
Hauptstadt von mehreren Männern auf offener Straße brutal zusammengeschlagen
worden.